Verständliche und recht anschauliche Beschreibung der verschiedenen biologischen Filterarten.
LESEPROBE:
Bewachsene Kiesfilter
Der von Seidel entwickelte 50cm flache Kiesfilter wurde meist horizontal durchströmt und ist mit Schilf und Binsen bewachsen. Es wurden auf ihren Ergebnissen aufbauend verschiedenste mehrstufige Systeme entwickelt, z.B. das Krefelder System nach Haider-Rausch oder nach Kraft. Auch in Großbritannien gibt es zahlreiche Erfahrungen mit Kiesbeeten. Die Systeme arbeiten mit oder ohne Vorklärung und/oder mit gleichbleibender bzw. in Fließrichtung abnehmender Korngröße. Das Rohabwasser wird hierbei in der ersten vertikalen Stufe vorgereinigt, horizontale Beete schließen sich zur biologischen Klärung an.
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Der Nährstoffentzug erfolgt, da Kies nur eine geringe Reaktionsfläche besitzt, vorwiegend durch die Pflanzen, welche aus diesem Grund regelmäßig geerntet werden müssen. Jede Pflanzenart besitzt ein spezifisches Spektrum an physiologischen Leistungen, welches für den Ab- oder Umbau von Stoffen verantwortlich ist. So kann die Flechtbinse (Schoenoplectus lacustris) dem Wasser Phenole entnehmen und diese in ihrem Stoffwechsel verarbeiten. Zum Abbau der vielfältigen Verbindungen im häuslichen Abwasser wären jedoch sehr viele verschiedene Pflanzen nötig. Zusätzlich wird dieses Unterfangen noch durch das verhältnismäßig langsame Wachstum der Pflanzen, welches im Winter fast völlig zum Erliegen kommt, erschwert. Mikroorganismen sind aufgrund der höheren Anpassungsfähigkeit durch ihre kurze Generationszeit besser dazu geeignet, organische Stoffe abzubauen, als Pflanzen. Daher ist Kies als Füllmaterial nur bei einer ausreichenden Aufenthaltsdauer, z.B. durch Einstau, geeignet.
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